Diät

Diät: Low Carb oder doch lieber Low Fat ?

Fett & Kohlenhydrate - die natürlichen Feinde der Bikinifigur ! Oder doch nicht ? /Bild: Fotolia
Diät: Low Carb oder doch lieber Low Fat ?
Catharina Kaiser

Fett und Kohlenhydrate, die beiden absoluten Feinde eines jeden Waschbrettbauchs. Auf beides zu verzichten ist als menschliches Lebewesen allerdings schlichtweg unmöglich! Deshalb muss sich so ziemlich jeder, der beschließt eine Diät zu starten, früher oder später zwischen Low Carb oder Low Fat entscheiden. Doch welche Wahl ist die bessere und lässt die Kilos schneller purzeln? Unzählige Studien und Meta-Analysen haben sich bereits mit beiden Diätvarianten beschäftigt, und neben dem Gewichtsverlust auch Faktoren wie Cholesterinwerte, Blutzucker und Blutdruck berücksichtigt.

Die große Entscheidung

Lange Zeit galt vor allem Fett als durch und durch böse und wurde von Diätenplänen gleich vollkommen verbannt. Butter, Öl, Fleisch – alles tabu! Allerdings schien das nicht übermäßig viel zu bewirken, weshalb schnell eine neue Variante – nämlich das exakte Gegenteil – versucht wurde. Die Low Carb Diät konzentrierte sich, wie der Name schon verrät, auf eine geringe Zufuhr von Kohlenhydraten, setzt stattdessen aber auf gesundes Fett. Die neuen Feinde hießen somit Pasta, Brot, Kartoffeln und Reis. Low Carb oder Low Fat, eine Entscheidung die jeder Abnehmwillige treffen muss. Doch ein großes Problem sehen Experten in der ziemlich synonymen Verwendung der beiden Diäten. Während Low Carb bedeutet, dass nur 10 bis maximal 35 % der täglichen Kalorien aus Kohlenhydraten gewonnen werden, gilt selbiges bei der Low Fat Diät für Fettsäuren. Allerdings sehen Ernährungsexperten absolut keinen Sinn darin, Diäten rein nach ihrer Aufnahme von Fett oder Kohlenhydraten zu bewerten. Das ist in etwa so hilfreich wie einen Roman nach der Anzahl seiner Verben oder Nomen beurteilen.

Low Carb oder Low Fat ?

Sie könnten bei einer Low Carb Diät täglich knusprigen Speck essen, oder sich von gegrilltem Lachs und Avocados ernähren. Das bedeutet entweder werden Kalorien aus dem Fett gewonnen, oder eben aus der Menge an Proteinen. Ähnlich sieht es auch bei einer Low Fat Diät aus. Hierbei können Sie zum Frühstück zwischen einem zuckerhaltigen Müsli, natürlich mit Magermilch, oder für Haferflocken mit frischen Beeren entscheiden. Sprich Sie konsumieren entweder eine ganze Menge Proteine oder so gut wie gar keine. Diese unkontrollierbaren Variablen haben einen großen Einfluss auf Faktoren wie Blutchemie und Fettabbau, von Appetit, Energie und Verdauung mal ganz abgesehen.

Gleiche Produkte, unterschiedliche Portionen

Um die unterschiedliche Wirkung von Low Carb und Low Fat herauszufinden führten Forscher eine Studie an 44 übergewichtigen Männern durch. Das interessante dabei – alle Teilnehmer aßen mehr oder weniger dieselben Lebensmittel, nur die Portionen waren unterschiedlich. Während die eine Gruppe nur etwa 10 % der Kalorien aus Kohlenhydraten bezog, lag der Anteil bei der anderen Gruppe bei über 50 %. Allerdings bekamen beide Gruppen die Anweisung völlig auf Zuckerzusätze, raffinierte Kohlenhydrate sowie verarbeitete Produkte zu verzichten. Auch die Proteinzufuhr und der Konsum von Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren wurde bei beiden Studiengruppen konstant gehalten. Obwohl die Low Carb Gruppe zwar wesentlich mehr Fett zu sich nahm als die Kontrollgruppe, dienten beiden dieselben Lebensmittel als Quellen. Dazu zählten neben massenweise Gemüse unter anderem Butter, Käse, Fleisch und Eier. Mit anderen Worten: Trotz ziemlich großer Unterschiede in der Kohlenhydrat-und Fettaufnahme nahmen beide Gruppen im Großen und Ganzen dieselben Lebensmittel zu sich und hatten nach 12 Wochen auch so gut wie dieselben Erfolge in Bezug auf Fettabbau und Gewichtsverlust.

Aus high und low wird Vollwertkost

Low Carb und Low Fat gehören der Vergangenheit an und werden ab jetzt durch „wholefoods“, also Vollwertkost, ersetzt. Denn wer Gewicht verlieren möchte muss sich nicht automatisch von all den leckeren Kohlenhydraten verabschieden. Nur bei der täglichen Kalorienzufuhr braucht es natürlich einen Tapetenwechsel – der dank Vollwertkost aber ohnehin wie von selbst geschieht und somit weit leichter zu verkraften ist als viele denken. Einer aktuellen amerikanischen Studie zufolge nimmt der Mensch fast die Hälfte der Kalorien über schwer weiterverarbeitete Produkte zu sich. Sprich alleine durch Fertiggerichte, Snacks und Limonaden kommen pro Tag satte 1.200 Kalorien und 65 g Zucker zusammen. Eine Summe, die mit Vollwertkost und nicht-verarbeiteten Produkten nur sehr schwer zu erreichen ist. Sollte der komplette Umschwung zu viel auf ein Mal sein, kann schon der Ersatz von 50 % der Lebensmittel durch Vollwertkost wahre Wunder wirken.