Familie

Kinder lernen Mathe am besten in Bewegung

Mathe bereitet vielen Schülern Kopfzerbrechen - dänische Forscher haben jetzt einen neuen Lehransatz ! /Bild: Fotolia
Kinder lernen Mathe am besten in Bewegung
Trixi Kouba

Mathematik genießt unter den Schulfächern oftmals keinen guten Ruf. Vielen Kindern bereitet der Mathe-Unterricht Kopfzerbrechen. Wissenschaftler der Universität Kopenhagen fanden nun heraus: Kinder erlernen Mathe am besten, wenn der Körper in Bewegung ist. Und zwar nicht im Laufschritt aus dem Klassenzimmer:

Individuelle Lernstrategien

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Die Fakultät für Ernährung und Sport der Universität Kopenhagen präsentierte unlängst ihre neusten Ergebnisse einer Studie, die individualisierte Lernstrategien untersuchte. Die Forscher wollten herausfinden, ob verschiedene Arten von Lernstrategien den Lösungsweg von Kindern beim Mathe Lernen verändert. Sie sind sich sicher, dass das Wohlbefinden und Lernen unter anderen Schulkindern große Auswirkungen auf die jungen Menschen in ihrem späteren Leben hat ,und wollen das Schulsystem dahingehend optimieren. Während der Studie zeigte sich, dass die Bewegung des Körpers dabei eine große Rolle spielt und individuelle Lernstrategien hilfreich sind.

Leichte Bewegung am effektivsten

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Die Kinder lernen mehr, wenn sie sich bewegen und ihren gesamten Körper zum Lernen nutzen“, sagte der Studienleiter Jacob Wienecke der Uni Kopenhagen. „Im Vergleich zu älteren Studien, die zeigten, dass intensive körperliche Aktivität die Lernergebnisse verbessert, zeigten wir, dass leichte Aktivitäten genauso effektiv sind, wenn nicht sogar effektiver, solange die Bewegung in den Lehrgegenstand integriert ist.“ Alle 165 dänischen Schulkinder aus drei verschiedenen Schulen konnten nach sechs Wochen der Studiendauer ihre mathematischen Leistungen bei einem standardisierten Fragebogen verbessern. Dabei zeigte sich: Jene Kinder, die ihren ganzen Körper beim Lernen verwendeten, konnten die größten Erfolge feiern. Dafür wurden beispielsweise Tische und Stühle auf die Seite gestellt und die Schüler dazu aufgefordert, während der Problemlösung Nummern oder ein Dreieck mit ihren Körpern darzustellen. Sie konnten sich auch gegenseitig bei Rechenaufgaben wie Addieren oder Subtrahieren verwenden.

Schlechte Schüler profitieren nicht

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Die besten Ergebnisse machte sich vor allem bei jenen Schülern bemerkbar, die schon zuvor durchschnittlich oder überdurchschnittlich gut abschnitten. Die schlechte Nachricht ist allerdings: Wer schon zuvor kein Mathe-Genie war, profitiert auch von dieser alternativen Lehrform nicht. Die dänischen Wissenschaftler rufen deshalb dazu auf, individuelle Lernstrategien im Kopf zu behalten, wenn Schulreformen entwickelt werden. Schließlich sollen alle Kinder davon profitieren. „Sonst riskieren wir ein unglückliches Ergebnis, in dem jene schon Bewanderten Fortschritte machen und jene, die Konzepte noch nicht im Griff haben, nicht mithalten können“, so Wienecke. Nun soll die positive Wirkung des Lernkonzepts auch bei anderen akademischen Fähigkeiten, wie dem Lesen, überprüft werden.