Gesundheit

Wohnen in stark befahrenen Gegenden erhöht Demenz-Risiko

Stadtmenschen aufgepasst: Wer nahe starkem Verkehr lebt, hat ein höheres Risiko ! /Bild: Fotolia
Wohnen in stark befahrenen Gegenden erhöht Demenz-Risiko
Trixi Kouba

Stadtmenschen aufgepasst: Personen, die nahe an starkem Verkehr leben, können ein erhöhtes Risiko für Demenz aufweisen. Je näher man an stark befahrenen Straßen lebt, umso höher steigt das Risiko. Das fand nun eine aktuelle Studie heraus. Mehr als 6,6 Millionen Menschen in Ontario, Kanada, wurden für die Untersuchung über ein Jahrzehnt lang beobachtet.

Eine wachsende Bevölkerung führt dazu, dass immer mehr Menschen nahe an starkem Verkehr leben. Die tägliche Aussetzung von weit verbreitetem Verkehr führe laut Hong Chen, einem der Forscher der kanadischen Studie, zu wachsenden Demenz-Raten. Menschen die in 50 Meter Entfernung zu einer dicht befahrenen Hauptstraße wohnen, weisen ein um 7 Prozent höheres Risiko auf, an Demenz zu erkranken. Am höchsten zeigte sich das Risiko bei Personen, die in einem Umkreis von 50 Meter Entfernung eine Hauptstraße hatten und während der gesamten Zeit der Studie nicht umzogen. Hier war das Risiko um 12 Prozent erhöht. Das bedeutet auch: Einer von 10 Alzheimer-Fällen in urbanen Gegenden könnte durch starken Verkehr ausgelöst sein. Schon zuvor zeigten Studien, dass Luftverschmutzung und Straßenlärm ihren Weg in die weiße Hirnsubstanz finden können.

Ursache nicht geklärt

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Die Wissenschaftler wissen allerdings nicht, ob die beiden Gründe Auslöser für Demenz sind oder mit dem Stadtleben verbundene Krankheiten wie Herz- oder Lungenkrankheiten. Sie könnten durch Abgase oder einen ungesunden Lifestyle geschehen. Rob Howard, ein an der Studie unbeteiligter Forscher des University Colleges in London, erklärte dem Guardian in einem Interview: „Was auch immer der Grund sein mag, diese Studie zeigt einen weiteren Grund, warum wir die Luft in unseren Städten reinigen sollten.“

Ausweichen auf Nebenstrassen

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Was kann dagegen unternommen werden? Experten raten Stadtmenschen beim Spazierengehen auf Seitenstraßen auszuweichen, in Parks zu joggen und in ruhigeren Straßen mit dem Fahrrad zu fahren, um Hauptstraßen zu vermeiden. Tatsächlich können aber nur gesellschaftliche und politische Änderungen der Luftverschmutzung entgegentreten.

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